Ich plane gern. Arbeit, Training, Wettkämpfe, wahrscheinlich auch Dinge, die keinen Plan benötigen. Der Wings for Life World Run 2025 entstand anders.

In der Woche davor war ich bereits mehr als 40 Kilometer gelaufen. Ich hatte fünf Stunden geschlafen und meine Ernährung war nicht unbedingt auf sportliche Höchstleistung ausgerichtet. Außerdem war ich vom Flagship Run 2024 noch leicht beleidigt. Damals wollte ich 18 Kilometer schaffen und wurde bei großer Hitze nach 13 Kilometern eingeholt.

Am Sonntagmorgen sah ich beim Scrollen immer mehr Beiträge von Laufbekannten. Das Wetter war kühl, bewölkt und leicht regnerisch. Um 9:50 Uhr, zehn Minuten vor Anmeldeschluss, meldete ich mich an. Entscheidungen werden nicht automatisch schlechter, nur weil der Kaffee noch nicht ausgetrunken ist.

Ganz gemütlich. Angeblich.

Mein Plan war, daraus keinen Wettkampf zu machen. Kopfhörer hinein, den regulären Trainingslauf absolvieren und schauen, ob fünf oder zehn Kilometer möglich sind. Dreizehn wären nett gewesen, schon aus rein persönlicher Revanche am Vorjahr.

An der Eisenbahnbrücke traf ich sofort bekannte Menschen. Dann kamen weitere dazu. Innerhalb weniger Minuten war die ruhige Trainingsidee verschwunden und die übliche Energie vor einem Start da.

Das wird nichts mit gemütlich laufen.

Ein Plan hält ungefähr fünf Kilometer

Punkt 13 Uhr liefen wir los. Von allen Seiten kamen weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer, bis sich ein großer Strom Richtung Steyregg bildete.

Eigentlich wollte ich mit einer Pace von 6:30 starten. Die ersten fünf Kilometer lagen eher bei 5:50. Später wechselte der Trainingsplan auf ein schnelleres Tempo, das ich nach diesem Beginn erwartungsgemäß nicht lange halten konnte. Also verwarf ich den Plan und lief nach Gefühl weiter.

Ich wurde langsamer, hielt aber bis zum Ende ungefähr einen Schnitt von 5:35. Das Catcher Car erreichte mich nach 19,65 Kilometern. Erwartet hatte ich zehn bis dreizehn.

Die Zahl war gut. Der Tag war besser.

Natürlich freute ich mich über die Distanz. Mehr blieb mir aber die Stimmung: bekannte Gesichter sehen, Menschen anfeuern, selbst angefeuert werden und gemeinsam durch Linz laufen, obwohl dieser Lauf gleichzeitig an vielen Orten der Welt stattfindet.

Ich war müde, unausgeschlafen und am Morgen nicht besonders motiviert. Während des Laufens musste ich trotzdem ständig lächeln. Das war an diesem Tag die wichtigere Bestzeit.

Für das nächste Jahr kann ich die Anmeldung selbstverständlich früher planen. Ob ich das tatsächlich tun werde, ist eine andere Frage.