Zum zweiten Mal stand die Wiener Band Metternich vor meiner Kamera.
Beim ersten Konzert im Dezember 2024 war für mich ziemlich schnell klar, dass ich die Band wieder fotografieren wollte. MundArt Volume 10 in der Szene Wien lieferte ein paar Monate später die passende Gelegenheit.
Kennengelernt habe ich Metternich allerdings nicht über Fotografie, sondern über Bassist David. Zunächst ging es hauptsächlich ums Laufen, irgendwann folgten immer mehr Eventeinladungen und dazwischen tauchten regelmäßig ziemlich unterhaltsame Beiträge der Band in meinem Feed auf.
Nach einigen Monaten wollte ich dann doch wissen, ob das live genauso funktioniert.
Spoiler: tut es.
Fürstlicher Strizzirock
Metternich verbinden harte Rockriffs mit humorvollen Texten im Wiener Dialekt und nennen das selbst „fürstlichen Strizzirock“. Das beschreibt die Sache erstaunlich präzise.
2023 gewann die Band den österreichischen Wacken Metal Battle und spielte anschließend beim Wacken Open Air. Bei MundArt Volume 10 standen Metternich diesmal als Headliner auf der Bühne.
Für mich war es bereits das zweite Konzert mit Kamera und damit auch ein bisschen anders als beim ersten Mal. Die Band war nicht mehr völlig unbekannt, ich wusste ungefähr, was mich auf der Bühne erwartet, und konnte mich fotografisch entsprechend freier bewegen.
Ein Start mit kleinen Hindernissen
Vor Metternich spielten an diesem Abend Crowdfleckerl, Chris Zitta und D-Band. Als der Headliner begann, war der Saal voll und die Stimmung bereits entsprechend vorbereitet.
Nur die Technik hatte zunächst andere Pläne.
Zu Beginn fiel der Gitarrenton aus. Für einen kurzen Moment war damit ein wichtiger Bestandteil einer Rockband eher theoretisch vorhanden. Die Energie auf der Bühne blieb trotzdem da, das Publikum ebenfalls. Kurz darauf funktionierte die Technik wieder und der Abend nahm den geplanten Verlauf.
Fotografisch war das Konzert angenehm unkompliziert. Keine enge Absperrung, keine Beschränkung auf drei Songs und genügend Bewegungsfreiheit, um nicht nur die klassischen Frontbilder einzufangen.
Gerade bei Metternich macht das Spaß, weil auf der Bühne eigentlich ständig etwas passiert.
Der Schmäh und der Motor dahinter
Metternich präsentieren sich gerne als „Schmähband“. Hinter diesem Schmäh stehen allerdings vier Musiker, die ihre Sache mit erstaunlich viel Professionalität betreiben.
Alle vier sind für mich beeindruckende Musiker, die mit Leib und Seele hinter ihren Songs stehen und gleichzeitig sehr konsequent an ihrer eigenen Linie und ihrem Image festhalten.
Auf der Bühne merkt man davon allerdings vor allem eines: Die Jungs haben Spaß an dem, was sie tun. Da wird gelacht, miteinander herumgealbert und ständig mit dem Publikum interagiert. Diese gute Stimmung überträgt sich auf den ganzen Raum – und ich spüre sie auch jedes Mal hinter der Kamera.
Wenn eine Band sichtbar Freude auf der Bühne hat, entstehen automatisch andere Momente: Blicke untereinander, ein Grinsen zwischendurch, Bewegung und echte Interaktion statt einstudierter Posen.
Und einstudierte Posen gibt es in der Konzertfotografie ohnehin zur Genüge. Ich spreche aus über zehn Jahren Erfahrung.
Nebenbei erschien an diesem Abend auch die Single „Strandbar“, ein deutlich leichterer Sommertrack mit ziemlich hartnäckigem Ohrwurmpotenzial.
Oder etwas kürzer formuliert: passt guad.
Und irgendwie ging die Geschichte weiter
Was mit Laufen, Eventeinladungen und schließlich zwei Konzerten vor meiner Kamera begonnen hat, ist inzwischen noch ein bisschen weitergegangen.
Später durfte ich für Metternich auch ihre neue Website gestalten und entwickeln. Aus einer Band, die irgendwann ständig in meinen Social-Media-Benachrichtigungen aufgetaucht ist, wurde damit auch ein ziemlich umfangreiches gemeinsames Projekt.
Aber das ist eine andere Geschichte.
Die erzähle ich ausführlicher in meiner Case Study zu Metternich.
Und wer lieber weniger lesen und mehr sehen möchte: In der Fotogalerie von Metternich bei MundArt Volume 10 gibt es die Bilder des Abends.
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