Vienna City Marathon 2026: Hot, Tough and Absolutely Worth It.

Am Sonntag, den 19. April 2026, war es wieder so weit: der Vienna City Marathon 2026. Der Vienna City Marathon 2024 war mein erster Marathon – und genau deshalb spricht hier besonders viel Nostalgie und Emotion. Nach drei weiteren Wettbewerben (Köln, Linz, Valencia) habe ich mich entschieden, noch einmal in Wien zu laufen. Mein fünfter offizieller Marathon. Etwas Besonderes. Knapp dreieinhalb Monate Vorbereitung steckten drin.

Je näher der Wiener Marathon rückte, desto heißer wurde das Wetter. Ich startete im Block C um etwa 09:15 Uhr – und es „brannte“ bereits. Ehrlich gesagt habe ich noch nie in den ersten Kilometern eines Marathons geschwitzt. Nicht mal in Valencia, obwohl wir dort am Ende knapp 28 Grad hatten (und ich wirklich gelitten habe – wir alle). Schon vor dem Start war mir klar: Ich kann es versuchen, aber mein Ziel von unter 4 Stunden wird heute nichts werden. Selbst im Block C, wo alle unter 3:55 h anpeilten, liefen die Leute spürbar langsamer – so 10 bis 20 Sekunden pro Kilometer.

Die ersten 5 Kilometer fühlten sich durch die Hitze relativ zäh an, doch die Stimmung der Zuschauer trug mich durch. Rund um Kilometer 10 fand ich meinen Flow. Mit einem 5:40er-Pace lief es sich angenehm – mal wurde ich schneller, mitgerissen von den Leuten und der Atmosphäre, mal langsamer.

Als Kilometer 25 näher rückte, wurde ich unruhig. Normalerweise fängt mein Körper hier an zu rebellieren. Die Wand. Immer irgendwo zwischen Kilometer 23 und 26. Doch diesmal hielt ich überraschend lange durch – bis Kilometer 30. Und dann kam sie. Die Wand. Wie erwartet.

Ich hatte mich brav an meine Gels und Salzkapseln gehalten, aber die Hitze machte sich unerbittlich bemerkbar. Die letzten 10 Kilometer waren hart. Und dann dachte ich mir: Hey, ich habe viel Geld für dieses Rennen bezahlt. Der Wien Marathon ist mit einem Startpreis von 100 bis 150 Euro nicht mehr günstig. Also – warum düstere Miene? Die Leute um mich herum waren in so einer tollen Stimmung. Warum also nicht mitfeiern?

Nun, denn. Werfen wir den Plan über den Haufen. Ich beschloss einfach zu laufen, wie es möglich war. Machte Pausen, tanzte ein bisschen, feierte mit, schrie mit – und legte sogar einen kleinen Catwalk hin, bei dem mir gut 30 Menschen zujubelten. Die Zuschauer waren wie immer einfach unglaublich. Sie gaben wirklich alles, um die Läuferinnen und Läufer zu motivieren.

Und als ich ankam: 4:14:50 h – endlich geschafft. Pures Glücksgefühl.

Natürlich ist es schade, dass ich mein Sub-4-Ziel nicht erreicht habe. Aber ich habe wieder etwas entdeckt: die Freude am Laufen. Das Glücksgefühl. Das Adrenalin, wenn es um nichts geht außer Bewegung und Freude – und das gemeinsame Leiden mit den anderen, weil jeder weiß, dass es einfach brutal hart ist, 42 Kilometer durchzulaufen. Im Vergleich zu anderen Marathons habe ich diesmal deutlich weniger gelitten, hatte keine Schmerzen, bin nicht umgefallen – obwohl es rund 400 Rettungseinsätze gab (die Hitze machte vielen zu schaffen). Ganz besonders freue ich mich darüber, dass ich diesmal über 30 Kilometer meinen Ziel-Pace durchgehalten habe.

Dazu kam, dass ich an diesem Wochenende viele nette Menschen kennengelernt habe: Läufer aus Frankreich, England, USA, Italien, Japan und sogar einen Triathleten aus Frankreich, einen Thailänder, der gar nicht so weit von meiner Heimatstadt wohnt und extra für den Wien Marathon – inklusive Rundreise durch Europa mit seiner Familie – hergeflogen ist.

Es war ein tolles Wochenende. Und ein toller Marathon.

Danke, Wien, ich komme wieder.

Mein nächster Marathon steht übrigens schon fest. Keine zwei Tage hat es gebraucht, bis ich mich wieder irgendwo angemeldet habe. Mainova Frankfurt Marathon. Ich freue mich sehr darauf!

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