Gute Website-Performance umfasst Ladezeit, Reaktionsgeschwindigkeit und effiziente Ressourcennutzung. Gerade die Ladezeit entscheidet, ob Besucher bleiben oder abspringen. Langsame Seiten führen zu weniger Klicks, höheren Absprungraten und geringeren Conversions. Auch Google bevorzugt schnelle, optimierte Websites in den Suchergebnissen.
Ich beschäftige mich aktuell relativ intensiv mit Website-Performance und habe dabei viel Neues gelernt. Deshalb habe ich diesen Guide erstellt, mit dem auch Einsteiger ihre Seiten spürbar schneller machen können. Ich zeige dir die wichtigsten Stellschrauben – von Hosting über Bildoptimierung, Schriftarten und Icons bis hin zu Caching, JavaScript und CSS – und erkläre Schritt für Schritt, wie du die Verbesserungen praktisch umsetzt. Zwar richtet sich diese Guide eher für WordPress-Websites, ich bin mir jedoch sicher, dass er im allgemein auch hilfreich sein wird.
1. Gutes Hosting – das Fundament deiner Website
Das Hosting ist das Zuhause deiner Website. Ein langsamer Server bremst alles aus – selbst die beste Bildoptimierung bringt dann kaum Vorteile.
Darauf solltest du achten:
- Wähle Webhosting mit SSD- oder NVMe-Speicher: Modern und deutlich schneller als alte HDDs.
- Serverstandort: Je näher der Server an deinen Besuchern ist, desto schneller werden Inhalte geladen. Für Österreich, Deutschland oder EU-Besucher sollte der Server entsprechend lokal stehen.
- PHP-Version & HTTP/2: Moderne Technologien wie PHP 8 oder HTTP/2 verbessern Geschwindigkeit und Effizienz.
Tipp: Teste die Servergeschwindigkeit mit Tools wie ByteCheck (TTFB-Test) oder Pingdom. Für internationale Besucher lohnt sich eventuell auch ein CDN (Content Delivery Network) wie Cloudflare.
Meine Webhosting-Empfehlungen:
- Einsteiger & Budget: Hostinger, Hostprofis, Internex, NetCup, all-inkl.
- Für größere Websites: Raidboxes oder Kinsta – inklusive Backups, Firewall und sehr guten Support.
2. Bilder optimieren – der größte Ladezeit-Faktor
Bilder sind oft der Hauptgrund für langsame Seiten. Große, unkomprimierte Bilder können Ladezeiten massiv erhöhen.
So optimierst du Bilder richtig:
- Größe anpassen: Lade nur die tatsächliche Pixelgröße, die auf der Website angezeigt wird.
- Komprimieren: Tools wie TinyPNG, Picflow oder Optimole reduzieren die Dateigröße, ohne dass die Qualität stark leidet. Bei WordPress gibt es Plugins wie ShortPixel oder Imagify, aber besser: schon vor dem Hochladen optimieren.
- Modernes Format nutzen: Formate wie WebP oder AVIF komprimieren Bilder besser als JPEG oder PNG. WebP wird mittlerweile in fast allen Browser unterstützt, AVIF ist neuer, komprimiert aber dafür besser.
- Responsive Images: Mit dem
<picture>-Tag kannst du für verschiedene Geräte unterschiedliche Bildgrößen laden. Smartphones brauchen kleinere Bilder als Desktop-PCs.
Tipp: Kombiniere optimierte Bilder mit Lazy Loading – so lädt die Seite Bilder erst, wenn sie sichtbar sind. Das spart enorm viel Ladezeit.
3. Schriften und Icons optimieren
Externe Schriftarten und Icons (z. B. Google Fonts, FontAwesome) verlangsamen die Seite. Außerdem sind sie oft nicht datenschutzkonform.
Optimierungstipps:
- Nutze maximal 3 Schriftfamilien (z. B. eine für Überschriften, eine für Fließtext, eine für Akzente).
- Verwende
font-display: swap;– so wird Text sofort angezeigt, auch wenn die Schrift noch lädt. - Lade Fonts lokal, statt sie von Google zu beziehen. So sparst du eine externe Anfrage.
- Icons als SVG direkt einbinden, statt ganze Bibliotheken wie FontAwesome zu laden.
Tipp: Tools wie Google Webfont Helper von Mario Ranftl helfen beim lokalen Einbinden von Schriftarten.
4. GZIP, Cache und CDN – the holy trinity
Diese drei Techniken sind einfache und effektive Methoden, deine Website zu beschleunigen:
- GZIP/Brotli-Kompression: HTML-, CSS- und JS-Dateien werden beim Laden automatisch verkleinert, sodass weniger Daten übertragen werden.
- Caching: Häufig besuchte Seiten werden im Browser gespeichert, sodass Besucher sie beim nächsten Besuch schneller sehen.
- CDN: Verteilt deine Inhalte auf Server weltweit, sodass Besucher immer den kürzesten Weg haben.
Tipp: Viele moderne Hostings haben diese Funktionen bereits integriert. Daher brauchst du oft kein zusätzliches Plugin.
5. Weniger ist mehr: Themes & Plug-ins
Viele WordPress-Seiten leiden unter zu vielen Plugins oder schweren Themes. Jedes zusätzliche Plugin kann die Seite verlangsamen.
Darauf solltest du achten:
- Verwende nur nötige Plugins, die leicht sind und regelmäßig geupdated werden.
- Wähle leichte, saubere Themes bzw. PageBuilder wie Astra Theme, Neve Theme, Bricksbuilder, Oxygenbuilder, Kadence + Blocks oder GeneratePress. Auch Standard-Themes von WordPress wie Twenty Twenty sind sehr leicht, aber jedoch ohne Programmierwissen schwer anpassbar und sehr eingeschränkt.
- Teste regelmäßig, welche Plugins, Themes oder PageBuilder die Ladezeit am meisten belasten (z. B. mit Query Monitor) und versuche diese mit besseren Alternativen auszutauschen.
Tipp: Wenn du selbst programmierst, achte auf sauberen, minimalen Code. Unnötige Zeilen verlangsamen die Website.
6. Externe Verbindungen vermeiden
Jede externe Ressource – wie Google Fonts, YouTube-Videos oder Social Widgets, oder auch CRM-Dienste (Customer Relationship Management) wie Hubspot – kostet Ladezeit.
Checkliste:
- Fonts lokal hosten.
- YouTube-Videos nur als Vorschaubild laden, erst beim Klick abspielen.
- Tracking lokal durchführen (z. B. mit Independent Analytics statt Google Analytics).
- Wenn du unbedingt CRM verwenden willst: Recherchiere ob es Alternative gibt – wie etwa FluentCRM.
Das spart Ladezeit, Bandbreite und schützt die Privatsphäre deiner Besucher.
7. Lazy Loading aktivieren
Lazy Loading lädt Bilder und Videos erst, wenn sie im sichtbaren Bereich erscheinen. Das reduziert die initiale Ladezeit stark.
<img src="bild.webp" loading="lazy" alt="Beispielbild">
Tipp: Lade das erste Hero-Bild normal, alle anderen per Lazy Load, damit die Seite schnell sichtbar ist und Google die wichtigsten Inhalte erkennt.
8. JavaScript & CSS minifizieren
Zu viel JavaScript und CSS-Codezeilen bremsen die Seite deutlich.
Folgende Schritte können helfen:
- CSS-Dateien zusammenfassen.
- JS-Dateien ans Ende verschieben (
deferoderasync). - Unbenutzten Code entfernen (Chrome DevTools → „Coverage“).
- Tools wie Autoptimize, WP Rocket oder Vite helfen beim Minifizieren.
Tipp: Die Seite sollte auch funktionieren, bevor das JavaScript vollständig geladen ist. Also: Deine Seite nach dem Einschalten dieser Funktionen immer testen!
9. Lighthouse – dein kostenloser Performance-Coach
Google Lighthouse zeigt dir, was die Seite bremst:
- LCP (Largest Contentful Paint): Wie schnell ist der Hauptinhalt sichtbar?
- FID/INP: Wie schnell kann der Besucher interagieren?
- CLS: Verschieben sich Inhalte beim Laden?
Zielwerte laut Google:
- LCP < 2,5 s
- CLS < 0,1
- INP < 200 ms
10. Mobile Performance first
Über 70 % der Zugriffe erfolgen über Smartphones. Google bewertet Mobile First.
Wichtige Punkte:
- Responsives Design.
- Keine zu großen Bilder/Videos.
- Genug Abstand zwischen Buttons (damit man sie gut tippen kann).
- Viewport korrekt setzen:
<meta name="viewport" content="width=device-width, initial-scale=1.0">
Tipp: Mit PageSpeed Insights oder GTmetrix die mobile Version prüfen.
Fazit
Eine schnelle Website ist kein Hexenwerk. Hosting, Bilder, Schriften, Caching, JS/CSS und mobile Optimierung decken die meisten Performance-Probleme ab. Kleine Änderungen Schritt für Schritt bringen mehr als ein einmaliger Speed-Boost.
Hier noch einmal eine Checkliste:
- Gutes Hosting
- Bilder optimieren + Lazy Load
- Fonts & Icons optimieren
- Caching, GZIP/Brotli, CDN
- Weniger Plugins, leichtes Theme
- Externe Ressourcen minimieren
- JS & CSS optimieren
- Mobile Version anpassen
- Regelmäßig Lighthouse/PageSpeed prüfen
Teste deine Seite regelmäßig, z. B. mit Lighthouse oder PageSpeed Insights, und optimiere Stück für Stück. Schon kleine Optimierungen zeigen große Wirkung – sowohl für Besucher als auch für Google.